Synode des Kirchenkreises beschließt KiTa-Zweckverband

St. Martins-Umzug (Symbolbild) (C) gemeinfrei
St. Martins-Umzug (Symbolbild) (C) gemeinfrei

Löhlbach. Mit großer Mehrheit – bei einer Gegenstimme und 13 Enthaltungen – stimmten die Synodalen in der Kirchenkreis- Herbstsynode in Löhlbach dem vom Vorstand des evangelischen Kirchenkreises Eder gemachten Vorschlag zu, ab 1. Januar 2019 einen Zweckverband für alle Kindertagesstät- ten in kirchlicher Trägerschaft zu gründen. Viele „gute Gründe“ gebe es dafür, sagte Pfarrer Hubertus Marpe (Bad Wildungen) und berichtete dabei aus der bisher gängigen Praxis.

 

Am Beispiel der von ihm betreuten Kita Friedenskirche in Bad Wildungen mit einem sechsgruppigen Betrieb schilderte er, dass wegen des steigenden Aufwandes aufgrund gesetzlicher Vorschriften ein durchschnittlicher Verwaltungsaufwand von fünfeinhalb Stunden pro Woche notwendig sei. „Das Thema ‚Kita’ ist Teil jeder Kirchenvorstandssitzung. In Bad Wildungen haben wir zum Beispiel im Jahr 2017 aufgrund von Veränderungen 36 Personalbeschlüsse fassen müssen. Wir brauchen aber mehr Zeit für die wichtigen Anliegen im Blick auf die Gemeinden,“ sagte Marpe. Die künftige Geschäftsführung im Zweckverband entlaste die Pfarrer und ermögliche die Konzentration auf die religionspädagogische Begleitung.

 

Twiste-Eisenberg als Modell

 

Der große Kita-Zweckverband mit 14 Einrichtungen im benachbarten Kirchenkreis Twiste-Eisenberg, bei dem unter Leitung von Pfarrer Christian Rehkate in monatlichen Leitungssitzungen Problemegeklärt und einheitliches Vor- gehen verabredet werde, zeige modellhaft, wie Kompetenzen gebündelt, gelungene Konzepte und Strukturen umgesetzt werden könnten. Pfarrer Marpe sah darin große Vorteile für die Kita-Mitarbeitenden, eine stärkere Bindung an die Einrichtung, einen einzigen Zweckverbandsvorstand als „schlankste und effektivste Form der Organisation“ und ein Zeichen für die Öffentlichkeit: „In der bunten Trägerlandschaft ist der Zweckverband eine starke Stimme und klares Zeichen für das bleibende Engagement der Kirchen in der Zivilgesellschaft.“

Für seinen Vortrag vor der Kreissynode bekam Marpe Zustimmung aus vielen Kirchengemeinden, so auch von Pfarrer Christoph Holland-Letz (Frankenberg): „Bei drei Kitas mit neun Gruppen bedeutet die Geschäftsführung einen enormen Arbeitsaufwand für uns, den wir lieber für die eigentliche Gemeindearbeit verwenden würden.“

 

Bedenken aus Bottendorf

 

Die einzige Gegenstimme kam von Pfarrer Konrad Schullerus (Bottendorf), der auf die räumliche Nähe und enge Bindung des Pfarrers zu Eltern und Kindern in seinem Dorf hinwies. „Wenn ich dem Zweckverband zustimme, wird mir die gesamte Macht über die Kita aus der Hand genommen“, befürchtete er.

Keine Bereitschaft für einen Beitritt in den Kita-Zweckverband im Kirchenkreis Eder haben bisher lediglich die Kirchengemeinden Bottendorf- Willersdorf und Birkenbringhausen signalisiert.

 

(Karl-Hermann Völker, Quelle: Waldecker Landeszeitung (WLZ), 18. September 2018)

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