Verzicht auf Handlungsfelder nötig

Synode des Kirchenkreises Eder diskutiert Zukunftsfähigkeit

Waldeck/Frankenberg – „Was liegt mir für die Zukunft unserer Kirche am Herzen?“ war die Frage, mit der Dekanin Petra Hegmann die 55 Mitglieder und Gäste der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Eder bei ihrer digitalen Sitzung abholte. Drei Stunden lang saßen sie sich zu Hause an ihren Bildschirmen gegenüber, tagten immer wieder in Kleingruppen, tauschten engagiert Gedanken und Ergebnisse aus. Das schwierige Papier, das es an diesem Abend zu bearbeiten gab, war der von Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Kassel) vorgelegte Entwurf der landeskirchlichen Steuerungsgruppe zum Reformprozess der Kirche (wir berichteten). Die Corona-Pandemie hat schneller und einschneidender sichtbar gemacht, wie sich Kirche in jüngster Zeit verändert hat.

 

   Die Bischöfin hatte den umfangreichen Reformbericht mit dem Titel „Vom Auftrag der Kirche“ zunächst in der Landessynode von Kurhessen-Waldeck vorgestellt, die ihn nun zur Diskussion und Konkretisierung in die kirchlichen Entscheidungsgremien auf breiter Ebene weitergeleitet hat. „Wir als Kreissynode wollen dabei mitwirken und darüber gemeinsam nachdenken, welches in unserer Kirche der zentrale Auftrag sein wird“, ermutigte zu Beginn Gabriela Peter-Berthold (Waldeck), stellvertretende Präses der Synode, die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Vertreter der Kirchengemeinden. 

 

    Weil Eltern ihre Kinder nicht mehr selbstverständlich taufen lassen, für viele Menschen Mitgliedschaft und Zahlung der Kirchensteuer weniger plausibel geworden ist und sich die Zahl der Mitglieder bereits um zwei Prozent verringert hat, werden sich die Ressourcen der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck im laufenden Reformprozess von 2015 bis 2026 um 25 Prozent vermindern, berichtete Pröpstin Katrin Wienand-Hocke (Kassel) in ihrem Impulsreferat zum Papier „Vom Auftrag der Kirche“. 

   „Was entwickeln wir weiter, was geben wir auf?“ fragte sie. Kommunikation des Evangeliums werde Grundauftrag bleiben, aber die Kirche könne nicht mehr alle Handlungsfelder wahrnehmen. Die Pröpstin beschrieb sechs solcher Handlungsfelder, mit denen die Kirche christliche Botschaft verkündigt, Seelsorge betreibt, individuelle Lebensbegleitung leistet, Menschen in ihren Lebensverhältnissen hilft, Räume für Religion eröffnet und ihre christliche Stimme in der Gesellschaft erhebt.  

 

   Die Synodalen des Kirchenkreises Eder griffen, moderiert von Dekanin Petra Hegmann, in Kleingruppen die Gedanken und Strategien für eine Reform der Kirche auf. Sie erkannten in dem Reformpapier durchaus Chancen für neue Freiräume und Schwerpunkte, für stärkere Vernetzung der Gemeinden, warnten aber auch vor einer zu dünnen Personaldecke mit darin verbundenen Überlastungen von Haupt- und Ehrenamtlichen. Mit dem Entschluss zur Aufgabe von Handlungsfeldern sollten aber zugleich positive Vorschläge verbunden werden. Wenn in einem Kooperationsraum eine Kirche geschlossen werde, forderte eine Gruppe, sollte man sie beispielsweise als „Jugendkulturkirche“ für kreative Jugendarbeit neu nutzen. Stärkere Konzentration auf kirchenferne Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche mahnte eine andere Gruppe an. 

 

   Am Ende ihrer digitalen Tagung wählten die Synodalen in den Diakonieausschuss des Kirchenkreises Eder Pfarrerin Kerstin Hartge (Bad Wildungen), Pfarrerin Johanna Rau (Bad Wildungen), Siglinde Bastet (Frankenberg) und Dekanin Petra Hegmann (Frankenberg).  Fotos: Völker

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