Telefonseelsorge feiert Geburtstag

Seit 60 Jahren ein offenes Ohr für die Menschen

Kirchenkreis Eder. Wenn das Telefon klingelt, wissen die Mitarbeiter der TS nie, was nun kommt: Einsamkeit, Ängste, Depressionen oder eine akute Krise? Dies jedenfalls sind die Hauptgründe, aus denen Menschen bei der TelefonSeelsorge anrufen und dort seit 60 Jahren auf ein offenes Ohr stoßen. Im Oktober 1956 wurde die erste deutsche Stelle in Berlin eröffnet. Anfangs war es vor allem die Sorge um lebensmüde Menschen, die zur Gründung der ersten TS-Stellen führte. Doch schon bald wurde deutlich, dass auch andere Krisen und Nöte der telefonischen Begleitung und einfühlsamer Unterstützung bedürfen.

Heute nehmen bundesweit ca. 7.500 Ehrenamtliche unter der Leitung von wenigen Hauptamtlichen jährlich knapp 2 Millionen Anrufe ent-gegen. Als niedrigschwelliges Angebot der ev. und kath. Kirche begleiten die Ehrenamtlichen am Telefon Menschen in Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen. In allen 105 Stellen der Bundesrepublik gelten gemeinsame Werte:

 

  • Anonymität: Alle Anrufer bleiben anonym, der kostenfreie Anruf erscheint weder auf dem Display noch auf der Rechnung.
  • Verschwiegenheit: Auf die Verschwiegenheit aller Telefonseelsorger kann man sich verlassen, denn sie unterliegen der Schweigepflicht.
  • Offenheit: Egal wer anruft und was für ein Problem belastet, die TS begegnet allen Menschen rund um die Uhr mit Respekt und Verständnis. Dieser Haltung liegt das christliche Menschenbild zugrunde.
  • Kompetenz: Alle Mitarbeitenden sind gut ausgebildet und bilden sich kontinuierlich weiter.

 

Diese Werte gelten auch für das Angebot der TelefonSeelsorge im Internet. Wer lieber schreibt statt spricht, wendet sich an das zentrale Portal der Mail- und ChatSeelsorge: www.telefonseelsorge.de. 

 

Unsere Telefonseelsorge-Stelle in Marburg

Unsere Stelle gibt es seit 1976. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadt Marburg und die Regionen um Frankenberg und Schwalmstadt.

Ruft also jemand aus Marburg und dem Umland die 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 an, klingelt das Telefon in unserer Stelle.

Über 30 Ehrenamtliche oder ich als hauptamtlicher Leiter nehmen die Gespräche entgegen: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Um unsere Erreichbarkeit zu erhöhen, arbeiten wir im Verbund mit den Stellen Kassel, Giessen-Wetzlar, Fulda und Main-Kinzig.

 

Wen erreichen die Anrufer?

Die Anrufer treffen auf qualifizierte Ehrenamtliche, die nach bundes-weiten Standards in ca. 120 Stunden sorgfältig ausgebildet wurden.

Von Anfang an war die TelefonSeelsorge eine Laienbewegung, deren Engagement sich bewährt hat und vielen Menschen half.

Deshalb sieht das Konzept der TS heute unverändert vor, dass haupt-sächlich Ehrenamtliche am Telefon die Gespräche führen. Denn es geht nicht um Expertentum und Experten-Ratschläge, sondern um einfühlendes Zuhören und empathisches Begleiten der Anrufenden. 

Natürlich ist nicht jede Person für diese Aufgabe geeignet. Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen, Einfühlungsvermögen und Belastbarkeit sind neben der Bereitschaft, über sich selbst nachzu-denken, wichtige Voraussetzungen für diese Arbeit und Ausbildung. 

 

Ausbildung der Ehrenamtlichen

Die Ausbildung umfasst Selbsterfahrung, die dem tieferen Kennen-lernen der eigenen Person dient, und vermittelt psychologisches Grundwissen zu Themen, die für die Arbeit bei der TelefonSeelsorge wichtig sind, wie u.a. Trauer, Depression und Suizid. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf dem theoretischen und praktischen Erlernen von der besonderen Gesprächsführung am Telefon. 

 

Aktive Mitarbeit

Nach der Ausbildung übernimmt jeder Mitarbeiter drei Schichten im Monat à 5 Stunden. Um die Gespräche gut zu verarbeiten, genießen alle Mitarbeitenden Supervision. Natürlich kann sich jeder auch außerhalb dieser festen Zeiten Unterstützung bei mir als haupt-amtlichem Leiter der Dienststelle holen.

 

Warum übernimmt man ein so schweres Ehrenamt?

Die meisten begründen ihr Ehrenamt mit dem Wunsch, sich einer sinnvollen Aufgabe zu widmen und stellen deshalb ihre Zeit denen zur Verfügung, die dringend Zuwendung brauchen. Überrascht stellen sie fest, dass sie mit dieser Arbeit aber nicht nur etwas geben, sondern auch sehr viel zurückbekommen. Auch schätzen viele die Zugehörigkeit zu einer verlässlichen Dienstgemeinschaft. Und trifft man sich bei geselligen Anlässen wie dem Sommerfest oder dem Brunch im Advent, bei Mitarbeiter-Fortbildungen oder dem Geistlichen Wochenende in einem Kloster, wird deutlich: auch bei der TelefonSeelsorge geht es nicht nur ernst zu!

Feiern können wir auch, in diesem Jahr z.B. den 60. Geburtstag der TelefonSeelsorge Deutschland!

 

Pfr. Sven Kepper

Leiter der TelefonSeelsorge Marburg

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Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat. (Nehemia 9,32) Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! (Markus 10,48-49) © ebu.de - Info: losungen.de - RSS: hradetzkys.de
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