Adventskalender 2020

20. Türchen: Weihnachten im Sudetenland

Ich denke an die Weihnachtszeit „Zu Hause“ im Sudetenland. Heiligabend war ein Fastentag. Da wurde kein Fleisch gegessen. Es gab zu Mittagessen den Strietzel. Der Strietzel war ein Hefeteig, der wurde zu einem dicken Zopf geflochten und gebacken. Dazu gab es Trockenobst mit Obstsaft. Dann war um Mitternacht die Christmette. Es war nicht in jedem Dorf eine Kirche. Die Menschen kamen mit Laterne in der Hand durch tiefen Schnee, der da immer war, in unsere Kirche, aus den Nachbardörfern zu Fuß. Das war ein herrliches Bild, das ich nie vergessen werde.

 

Leider mussten wir unsere Heimat verlassen. Wir wussten nicht, wo wir hinkommen. Und in dieser ungewissen Zeit dachte unsere Mutter an die nächste Weihnachtszeit „in der Fremde“. Sie packte den Christbaumschmuck in ihr Handgepäck, aus Sorge, wir können keinen Christbaum schmücken, ohne den kein Weihnachten denkbar war. Gott sei Dank wurde uns „die Fremde“ zu lieben Heimat, wo wir nun schon seit 74 Jahren leben und frohe Weihnachten feiern.

 

Frieda Kunz, Vöhl

Den per Hand geschriebenen Text hat sie uns noch Ende November mit der Post zugeschickt. Nun ist sie am 15. Dezember im Alter von 90 Jahren gestorben.
Wir dürfen sie bei Gott geborgen wissen.

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