(C) pixabay, gemeinfrei
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Aufbruch zum Leben

Wachet und betet!“ Jesus ermahnt seine Jünger im Garten Gethsemane zur Wachsamkeit und Geduld!

Nie ist uns im letzten vergangenem halben Jahrhundert Leiden und Sterben näher gerückt als jetzt. 

Nie mussten Verantwortliche genauer abwägen, was zu tun und zu sagen ist, als jetzt. 

Wir, die wir im Wohlstand aufgewachsen sind und einem gewissen Egoismus gefrönt haben, mussten uns nie über unser Gemeinwohl und das Wohl des Nächsten mehr Gedanken machen als jetzt, 

- mit dem Ziel dieser Krise zu wiederstehen. 

Nie mussten wir geduldiger sein als jetzt! Drinnen bleiben, nicht raus gehen und viele Einschränkungen mehr.  Eben: Wachen und beten! Das Richtige tun, geduldig sein! Abwägen! 

 

Das globale Leiden beherrscht die Medien: Der kalte Hauch des Todes, ja, des Kreuzes als Marterinstrumentes weht uns über Internet, Fernsehen und Radio spürbar an. Krasse Bilder des Todes in Italien, Spanien, Großbritannien und in den USA: 

Überfüllte Krankenhäuser, zu wenig Schutzkleidung, Mangel an Desinfektionsmitteln, zu wenig medizinische Geräte, überbelastete Medizinerinnen, Krankenschwestern und Pflegerinnen.  Pflegepersonal und Ärzte müssen plötzlich entscheiden, bei wem es sich noch „lohnt“ zu helfen und bei wem nicht, Massensterben, überfüllte Leichenhallen, massenhafte Aushebungen von Gräbern. 

Der Tod grinst einem überall entgegen. Aus allen Teilen der Erde erreichen uns neue Horrormeldungen. Und dann ist da unsere Angst, dass es bei uns genau so kommt. 

Bei manchen gab es die irrige Gewissheit, dass es sie nicht oder ihr Land nicht treffen kann, - wie grausam wurden da schon manche  enttäuscht! 

Eines glaube ich, - dass Gott in Christus bei uns ist: Bei jedem, der von der Krankheit gezeichnet ist, bei jedem sterbenden Kind, bei jedem Menschen, der seinen letzten stockenden Atemzug tut, - in jedem guten Wort, dass wir geben, in jeder Zuwendung, die wir anderen Leidenden gewähren, - in jeder Warmherzigkeit, in jedem Verstehen und in jeder positiven Zuwendung, die wir anderen geben, in jedem Gebet, dass wir füreinander sprechen, da ist Gott. Ein großer Dank an das Pflegepersonal und alle Menschen, die anderen das warme Licht der Menschlichkeit leuchten lassen. Wie heißt es doch in einem bekannten Kirchenlied?  

„Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt.“

 

Uns Christen trägt die Hoffnung, dass das grinsende Angesicht des Todes nicht das Allerletzte ist, uns trägt der Glaube, dass das Leben hier auf Erden und letztlich im Lichte Gottes siegt, weil Gott überall ist. 

Ja, uns trägt das Vertrauen, das Auferstehung schon hier sein kann, wenn alles, was das Leben lähmt, besiegt wird; - wie Ignoranz, materielle und intellektuelle Überheblichkeit, Inflexibilität, Egozentrik, Schöpfungsverachtung, Menschenverachtung, Borniertheit, Nationalismus und Fanatismus; - wenn Menschen lernen zusammen zu stehen. Denn eines lehrt uns diese Krise: Ohne einander werden wir es nicht schaffen, auf dieser Erde zu überleben. „Lernen und nach vorne schauen“, sind für mich Metaphern für Auferstehung und Leben.

Und: Auferstehung ist Leben, und Leben ist das Pflänzchen, das sich seinen Weg durch den Asphalt  widriger Verhältnisse bricht!

Diese Hoffnung, dieses Vertrauen lässt den Apostel rufen: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ 

Wir wünschen ihnen allen, dass Sie Chancen in der Krise zu entdecken, das Leben immer wieder neu zu entdecken und dass sie sich von unserem Vorbild Jesus Christus leiten lassen! 

AMEN

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