Gründonnerstag 2020

von Pfrin. Johanna Rau, Bad Wildungen

Spruch des Tages

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. (Psalm 111,4)

 

Psalm 111

Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen

im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

Groß sind die Werke des Herrn;

wer sie erforscht, der hat Freude daran.

Was er tut, das ist herrlich und prächtig,

und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,

der gnädige und barmherzige Herr.

Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;

er gedenkt auf ewig an seinen Bund.

Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,

dass er ihnen gebe das Erbe der Völker.

Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;

alle seine Ordnungen sind beständig.

Sie stehen fest für immer und ewig;

sie sind geschaffen wahrhaftig und recht.

Er sandte Erlösung seinem Volk 

und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.

Heilig und hehr ist sein Name.

Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. 

Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.

Sein Lob bleibet ewiglich.

 

Lied

Evangelisches Gesangbuch 227 „Dank sei Dir, Vater, für das ewge Leben“

 

Bibeltext: 2. Mose 12, 1 – 14 

 

 

Mit diesem Text werden wir als Gäste heute, in unseren Häusern, „eingeladen“ zum Mahl. 

Da draußen geht eine Plage durchs Land. Wir sind erschrocken, wissen nicht, was uns erwartet, hoffen, sie möge an uns vorübergehen. Ein angespanntes Mahl wird das werden, unruhig gegessen, lauschend auf das, was da draußen geschieht.

Die Geschichte, die wir im 2. Buch Mose lesen, ist nicht unsere – und sie ist uns in diesem Jahr so nah.Während die Israeliten noch nicht wissen, wie ihnen geschieht, kommt ihnen Deutung, auch Stärkung, durch die Speisen. Da ist das Lamm: Kraft genug für eine ganze Gemeinschaft: derer, die im Hause sind, und darüber hinaus, bis es verzehrt ist. Sein Blut wird zum Schutzzeichen an Türsturz und Pfosten: der Todesengel wird an diesen Häusern vorübergehen, wird nicht in sie eintreten. Da sind die bitteren Kräuter der Angst, mit denen es gewürzt ist. Und da ist das Brot. 

Keines, wie wir es kennen, geschmacklich verfeinert, von Sauerteig in die Höhe getrieben. 

Es ist ein „nacktes“ Brot, aus nichts bereitet außer den zerriebenen Körnern, der zerriebenen Ernte des vergangenen Jahres, angerührt mit „Tränenwasser“: Wasser und Salz. 

 

Ich bleibe an diesem starken, armen Brot und seiner Symbolik hängen. 

Was wird uns nicht gerade alles zerrieben von dem, was uns selbstverständlich war. 

Welche Hoffnungen und Pläne werden nicht gerade zerrieben! Dieses „Mehl“ herzunehmen, und mit der Trauer über den Verlust zusammenzukneten, um daraus vertrauensvoll „Brot“ zu backen, welches stärkt für einen Aufbruch, von dem die wenigsten wissen, wohin er führen wird: was für ein Bild! Es ist dieses Brot, dass Jesus nimmt „in der Nacht, da er verraten ward“. Er nimmt es an, dankt dafür (!) und gibt ihm eine neue Bedeutung: „Dies ist mein Leib, der für Euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis“. Er lässt sich zerreiben – für uns. Der Wein der Verheißung (denn seine Trauben verheißen das „gelobte Land“, in dem der Weinstock wächst und seine Frucht zum Festtagsgetränk schenkt) wird zum Blut Jesu, „das vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Der Engel des Herrn ging an den gezeichneten Türen der Israeliten vorüber. 

 

Die leidenschaftliche Gerechtigkeit Gottes nimmt uns genau wahr, doch geht an uns vorüber, wenn wir uns in Christi Liebe hüllen, uns von seiner Hingabe zeichnen lassen. 

Das bedeutet nicht, dass wir der Bedingungen unseres gemeinsamen Lebens enthoben werden, auch nicht Not und Tod. Es bedeutet aber, dass wir vor Gott in Christi Liebe hineinschlupfen können wie in ein Gewand. So werden wir bereit, aufzubrechen und unser bisheriges Leben zu verlassen. Wir wissen nicht, was vor uns liegt. Vor Christus lag in der Nacht, die wir heute erinnern, ein heftiges Ringen darum, dem Willen seines Vaters treu zu bleiben und ihn auf sich zu nehmen. 

Seiner Bereitschaft „unser Lamm“ zu werden und Gottes Treue zu ihm verdanken wir die Zuversicht, dass unser Aufbruch in Angst, Verwirrung und Überstürzung einer sein wird, der uns in ein „gelobtes Land“ führen wird. 

 

Lied

Evangelisches Gesangbuch 789.2 „Bleibet hier und wachet mit mir“

Evangelisches Gesangbuch 95 „Seht hin, er ist allein im Garten“

 

Gebet (aus: „Taizé – Gemeinsame Gebete für das ganze Jahr“)

Christus, Dein Leben war kein Siegeszug, Du hast ein Kreuz getragen. 

Lass uns Deinen Weg gehen, wir bitten Dich:

 

Christus, Du bist im Leiden treu geblieben, 

Du bist für alle Menschen zur Quelle des ewigen Heils geworden.

 

Christus, Du hast Mißhandlungen ertragen, aber niemanden bedroht, 

lass auch uns bis zum Äußersten unserer Kraft verzeihen.

 

Christus, Du siehst unsere Leiden und unsere Lasten, 

gehe den Weg mit uns.

 

Christus, Du siehst das Unglück der Menschen, die in der Fremde leben müssen und verlassen sind, nimm ihre Leiden auf Dich.

 

Christus, wenn Lüge und Not uns von Dir trennen wollen, 

steht Dein Heiliger Geist uns bei.

 

Christus, Du bist die Lebensfülle aller, die Dir nachfolgen, 

lass uns aus Deinem Vertrauen leben.

 

Christus, unser Leben ist zusammen mit Dir verborgen in Gott; 

das ist innigste Freude, die uns niemand nehmen kann.

 

Jesus Christus, Du bist nicht auf die Erde gekommen, um die Welt zu verurteilen, 

sondern damit durch Dich, den Auferstandenen, jeder Mensch auf einen Weg der Versöhnung findet.

 

Verbunden mit allen, die an Dich glauben, beten wir mit Deinen Worten:

Vater unser ….

 

AMEN

 

So bewahre und behüte uns der allmächtige Gott: der Vater, der Sohn, und der Heilige Geist.

AMEN

 

______________________________ 

 

Rezept zum Brotbacken für Matzen:

200 g Weizenmehl

Salz

1/4 – 1/2 L Wasser

 

ZUBEREITUNG:

Weizenmehl und Salzwasser zu einem geschmeidigen Teig verrühren, dann kneten, bis der weich ist, in vier Kugeln teilen. Zu Fladen ausrollen. Auf ein gefettetes Backblech legen. Mit einer Gabel einstechen, damit der Teig keine Blasen wirft.

 

Ofen:

Auf 200 °C vorheizen. Fladenbrot darin ca. 15 Min. backen.

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