Himmelfahrt 2020

Pfr. Harald Wahl, Frankenau

Losung für Christi Himmelfahrt:

„Jesus Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Johannes 12, Vers 32

 

Psalm zu Christi Himmelfahrt - Der Philipperhymnus

 

Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub,

Gott gleich zu sein,

sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode,

ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr ist

zur Ehre Gottes, des Vaters. Amen.

 

Philipper 2,6-11

 

„Vatertag fällt nie aus“

 

Vatertag ist immer. Den kann kein Erlaß verbieten, keine Verordnung reglementieren. Vatertag kann man nicht wegsperren – wie Menschen.

 

Am Vatertag kommt Jesus wieder nach Hause – zum Vater. So redet, so betet er zu seinem Gott, zu seinem Vater im Himmel.

 

Vatertag heißt: Der Himmel ist offen. Immer, für alle, auch wenn die grauen Wolken des Lebens manchmal tief und schwer über uns hängen, wenn Einsamkeit uns quält, Ungewissheit oder wirtschaftliche Sorgen. „Der Himmel geht über allen auf!“ (EG 594). Zuerst für Jesus, dann für uns.

 

Jesus hat alles Elend der Welt auf sich genommen, ertragen und damit alles Irdische überwunden: Pestilenz, Verleumdung und Verrat - Verfolgung, Spott, Folter und den Tod. Und alle, die an ihn glauben dürfen, mit ihm.

 

Erinnern wir uns: Auf einem Berg - von einer Wolke umhüllt wird dieser Jesus von Nazareth in den Himmel entrückt. „Und als es geschah, segnete er sie und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude“ erzählt der Evangelist Lukas (24,51-52). Wir bleiben zunächst zurück, doch als Gesegnete.

 

Vatertag heißt auch Versöhnung: Seine Himmelfahrt öffnet auch uns den Himmel. Jesus hat uns eine Standleitung zu Gott geschenkt, einen direkten Draht, ohne Endloswarteschleife: sein Gebet. Milliardenfach wird es ewig gebetet, sein Gebet, rund um die Welt, immer irgendwo und irgendwann. „Vater unser im Himmel“, betet der Sohn. So hat er uns das beigebracht, das ist der Schlüssel zum Himmelstor. Sein Vater im Himmel wird durch dieses Gebet auch unser Vater im Himmel.

 

Für jeden, der mit diesen Worten betet, öffnet sich der Himmel da oben und das Herz hier unten: das ist die Standleitung, die Jesus mit seiner Himmelfahrt gelegt hat. Da gibt es keine Funklöcher – das geht überall und immer. Darauf dürfen wir im Namen Jesu ganz vertrauen. Immer und überall.

 

Wenn wir morgen an vielen Orten im Freien erstmals seit zwei Monaten endlich wieder zusammen Gottesdienst feiern dürfen, dann, genau dann reißt der Himmel auf, dann ist der Himmel offen, spüren wir Gemeinschaft: Dann berühren sich Himmel und Erde, dann hüpft mein Herz vor Freude.

 

Endich wieder Gottesdienst - endlich: Unter der alten Kastanie von Obernburg, im Pfarrgarten von Gemünden, im Freien neben der Kirche, an der Grillhütte, auf der Wiese oder wo auch immer wir die Himmelfahrt Christi feiern mögen und dabei seine Nähe auf Erden erleben dürfen. 

 

Dieser Vatertag fällt nie aus – niemals. Welche Hoffnung und welche Zuversicht für unser Leben: Der Himmel ist offen.  Oder wie Lukas erzählt: „Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude!“ Und bevor er ging, segnete er sie.

 

 

Harald Wahl, Pfarrer

Christi Himmelfahrt, den 21. Mai 2020

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