3. Sonntag nach Ostern, Jubilate (3.05.2020)

von Pfr. Til Anders Follmann, Waldeck

 

Gott der Vater, der Sohn, der Heilige Geist sei mit Euch allen.

 

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. (Joh. 15, 1-8)

 

Liebe Gemeinden, liebe Freunde, liebe Familien!

 

In Kontakt mit Christus Jesus sein: Er der Weinstock, wir die Reben. Aber wo kommen wir in Kontakt mit Jesus? In der täglichen Bibellese, im Gebet, im stillen Kämmerlein? Wer sagt mir, was Christus von mir will in dieser oder jener Situation? Wer sagt mir, worauf ich mich im Leben und im Sterben verlassen kann und bietet mir Gedankenanstöße dazu? Das geschieht, wie ich es sehe, im Gottesdienst. Das verkündigte Wort von Christus eröffnet uns die Gemeinschaft mit ihm und Orientierung durch ihn! 

 

Gottesdienste? Wo sind sie?

 

Im Mai wären jetzt die Konfirmationen angelaufen. Ich persönlich vermisse jetzt besonders meine Konfirmanden, - es tut mir leid, dass es immer noch ungewiss erscheint, wann sie nun unbelastet konfirmiert werden können. Trotz ausgegebener Ersatztermine ist es ja immer noch nicht klar, was kommt. Gottesdienste für viele werden bis auf weiteres nicht mehr gefeiert werden können. 

 

Und: Das fehlte mir wirklich, das Kirchenjahr! Der durch Gottesdienste praktizierte Jahresrhythmus plötzlich nicht da! Wir konnten keinen Gründonnerstagsgottesdienst feiern, keine Karfreitagsgottesdienste, keine Ostergottesdienste feiern. Und nun: Keine Konfirmationen! 

 

Auch fehlte mir für uns alle Gemeindechristen der rhythmisierte Wochenablauf: Wenn am Sonntag die Glocken läuten, wissen alle, ob sie hingehen oder nicht, es wird Gottesdienst im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes gefeiert, auf das Vaterunserläuten warten dann auch einige um die Hände, mit denen zu falten, die den Gottesdienst besuchen konnten. Sonntag ist Kirche, das war und ist nun plötzlich kein selbstverständlicher Satz mehr. 

 

Ich habe das Gefühl, als ob ein wichtiger Teil des Weinstocks fehlt und die Reben haltlos und orientierungslos durch die Gegend kullern.

 

Wir wissen: Da, wo Christus Jesus verkündet wird, da komme ich als Hörende*r in Gemeinschaft mit ihm. Da kommen wir dem Weinstock auf diese Weise wieder näher. 

 

Das werden wir voraussichtlich ab Mai wieder haben, nicht jeden Sonntag, nicht  unbedingt 14 tägig, für manche nur monatlich, manche Gemeinden besuchen einen zentralen Gottesdienst in anderen Gemeinden. Das ist alles noch offen! Aber immerhin! Alles mit strengen Auflagen, aber immerhin! Die Gottesdienste werden ganz anders aussehen, aber immerhin! Das lässt hoffen. Das ist der ‚berühmte‘ „Silberstreif am Horizont“!

 

Die Möglichkeit, die „Worte des Lebens“ in dieser Form zu hören, ist wieder gegeben. Und:  Die Chance dem Weinstock  in dieser Form  wieder nahe zu kommen und Reben zu sein, ist wieder da!  So bleiben wir in ihm  und er in uns. Gott sei Dank!

 

Amen!

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