Predigt zum Sonntag Kantate

Pfr. Til Follmann, Waldeck

 3 Und es versammelten sich bei König Salomo alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.  4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf  5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf zum Tempel die Priester und Leviten.

12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.  13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN,  14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes. (2 Chronik 5, 3-5  und 12-14)

 

Liebe Freunde, liebe Familien, liebe Gemeinden

 

Ich stelle mir bei diesem Bild, dass das Buch der Chronik malt, wunderbaren Gesang mit Bläserunterstützung vor: Einstimmig, melodiös und erhaben! Alle loben dankbar Gott, weil Er Sie begleitet hat in Zeiten der Not, und  im Fortlauf schwerer Zeiten zu ihnen steht und gestanden hat, dass er auch im Tempeleinweihungsgottesdienst bei Ihnen ist. Alle loben und danken Gott. Es ist sehr feierlich.

Die Wiederaufnahme  unserer Gottesdienste kommt bald: 

Nun ist bei uns mit solchen Gottesdiensten, wie das Buch Chronik sie beschreibt,  zum jetzigen Zeitpunkt in unseren Kirchen nicht zu rechnen.  - Keine Benutzung von Gesangbüchern, - Singen nicht erlaubt.  Ein m² Rundumabstand.  Maskenpflicht!

Wie soll da etwas Feierliches aufkommen? Das mag sich manche*r fragen… 

Ich persönlich höre in meinem Herzen Stimmen, und: … da ist  die Orgel, die klingt, da ist die besondere Atmosphäre unserer Kirchen. Da sind Gesichter, die ich wieder erkenne!

Ein Anklang von Gemeinschaft. 

Aber haben wir das volle Gefühl einer Glaubensgemeinschaft, ohne gemeinschaftsstiftende Gesten, die wir kennen?

Kein Händedruck, keine Umarmungen, kein Handauflegen, kein Abendmahl, keine Friedenszeichen? Und ich sehe nicht, ob eine*r traurig, nachdenklich, belustigt, wohlwollend oder abwartend ist. Ich kann das nicht vollends erkennen, auch wenn man sagt, dass die Augen der Spiegel der Seele sind! Behind the mask, hinter der Maske ist das nicht möglich! Die Maske über der Maske, die wir ohnehin schon tragen.

Und trotzdem ist wieder Gottesdienst! Und das ist das, was mich erfüllt:  Gottes Gegenwart, die sich in unserer Versammlung abbildet! Und: Es gibt ja auch andere starke Gesten der Gemeinschaft, den Segen, das Schlagen des Kreuzes, das respektvolle Verbeugen.  Gerade letztere Geste erinnert mich daran, dass unser Glaube aus dem Orient kommt, wo das Verbeugen voreinander in bestimmten Regionen Gang und Gebe ist. 

Für die Gottesdienste gilt damals wie heute, wir sind auch da auf dem Weg, - das Volk Israel musste sich ja  immer wieder auf andere Situationen einstellen und damit auch andere Gottesdienste mit Gott feiern. Wir erinnern uns:  Die Bundeslade, das Zeichen der Gegenwart Gottes wurde auch lange Zeiten durch das Heilige Land getragen bevor sie ihren Platz im Tempel, im Gotteshaus fand. Und doch erblickten sie alle auf dem Wege in den unterschiedlichsten Feiern, in den unterschiedlichsten Situationen, die Herrlichkeit Gottes, die sie mit Kraft erfüllte. 

So sind diese auf den ersten Blick reduzierten Gottesdienste ein Zeichen, dass Gott mit uns ist. In Dankbarkeit, in Freude, in Angst, in Trauer, - Gott ist da, ist mit uns unterwegs.

 

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft sei mit euch allen! Amen

 

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