Conrad von Soest Altar in der Stadtkirche von Bad Wildungen (C) Rimbach
Conrad von Soest Altar in der Stadtkirche von Bad Wildungen (C) Rimbach

Karfreitag am Küchentisch

Karfreitag zuhause

Am Küchentisch, auf dem Sofa oder wo auch immer.

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,“ sagt Jesus, „da bin ich mitten unter ihnen.“ Das macht Mut, den Gottesdienst auch zu Hause zu feiern. Wenn wir das tun, sind wir nicht allein. Am Karfreitag erinnern Christinnen und Christen rund um den Erdball daran, dass Jesus Christus für uns litt und am Kreuz starb. Mit ihnen erfahren wir, dass wir frei werden zum Leben.  Das kann zu zweit geschehen zu dritt oder auch allein, immer aber in der Gegenwart Gottes.
Der Friede Jesu Christi sei mit Euch!

Ihr Pfarrer Christof Hartge.

Vorbereitung 

Sie brauchen: 

·       Den richtigen Ort: ob Küchentisch oder Sofa oder ganz woanders: dass wissen Sie selbst am besten.

·       Eine Kerze, Streichhölzer

·       Das kleine Holzkreuz aus der Tüte

·       Diese Seiten

·       Optional: Eine Bibel, ein Gesangbuch. Das muss aber nicht sein. Alles Wichtige steht auch hier. Haben Sie Mut zum gemeinsamen Singen. Gemeinsames Singen stärkt und tröstet. Wenn Sie alleine sind oder sich das nicht zutrauen, können Sie die Verse auch einfach lesen. Die Liednummern beziehen sich auf das Evangelische Gesangbuch (EG) oder das EG+.

 

Beginn

Eine/r: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle: Amen.

 

EG 545

1. Wir gehen hinauf nach Jerusalem
in leidender Liebe Zeiten
und sehen wie einer für alle stirbt,
um uns einen Platz zu bereiten.

2. Wir gehen hinauf nach Jerusalem.
Wer will bei dem Herren bleiben
und kosten von einem so bittern Kelch?
Die Angst soll uns nicht von ihm treiben.

3. Wir gehen hinauf nach Jerusalem,
das Opfer der Welt zu sehen,
zu spüren, wie unsere Not vergeht
und unter dem Kreuze zu stehen.

4. Wir gehen hinauf nach Jerusalem,
zur Stätte der ewgen Klarheit.
Wo Leiden und Ohnmacht in dieser Welt,
da finden wir Christus in Wahrheit.

 

 

 

Psalm: Das Christuslied aus dem Philipperbrief (2, 5-11a)

Das Lied kann im Wechsel gelesen werden.

Denkt im Umgang miteinander immer daran,

welchen Maßstab Christus Jesus gesetzt hat:

Von göttlicher Gestalt war er. Aber er hielt nicht daran fest,

Gott gleich zu sein – so wie ein Dieb an seiner Beute.

Sondern er legte die göttliche Gestalt ab

und nahm die eines Knechtes an.

Er wurde in allem den Menschen gleich.

In jeder Hinsicht war er wie ein Mensch.

Er erniedrigte sich selbst

und war gehorsam bis in den Tod –

ja, bis in den Tod am Kreuz.

Deshalb hat Gott ihn hoch erhöht:

Er hat ihm den Namen verliehen,
der allen Namen überlegen ist.

Denn vor dem Namen von Jesus

soll sich jedes Knie beugen –

im Himmel, auf der Erde

und unter der Erde.

Und jede Zunge soll bekennen:

»Jesus Christus ist der Herr!« 

Gesprochen, oder gesungen:

Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser,
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser,
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt,
gib uns deinen Frieden.

Gebet

Eine/r: Barmherziger Gott,

in Christus gegenwärtig.
Mit ihm bist du Mensch geworden,
hast mit Menschen gelebt,
gelitten und sie ausgehalten
bis zum Ende.
Im Nachhinein erst erkannten sie:
Wahrlich dieser ist Gottes Sohn gewesen.
So vertrauen auch wir und bitten dich:
Wie du einmal getragen hast,
so trage auch an unserem Kreuz.
Nimm es auf,
lass die Last nicht zu schwer werden.

Tritt für uns ein,
und versöhne uns mit dir,
versöhne uns mit uns selbst.
Gedenke an uns in deinem Reich.

Alle: Amen.

+EG 107

Christus, dein Licht, verklärt unsre Schatten,
lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.
Christus, dein Licht, erstrahlt auf der Erde
und du sagst uns, auch ihr seid Licht.

Lesung aus der Bibel

Aus dem 2. Brief an die Korinther, Kapitel 5, 19-21:

Ja, in Christus war Gott selbst am Werk,
um die Welt mit sich zu versöhnen.

Er hat den Menschen ihre Verfehlungen nicht angerechnet
Und uns hat er sein Wort anvertraut,
das Versöhnung schenkt.

Wir treten also anstelle von Christus auf.
Es ist, als ob Gott selbst die Menschen durch uns einlädt.

So bitten wir anstelle von Christus:
Lasst euch mit Gott versöhnen!

Gott hat Christus,
der keine Sünde kannte,
an unserer Stelle als Sünder verurteilt.

Denn durch Christus sollten wir
vor Gott als gerecht dastehen.

Übersetzung: Basisbibel

 

Auslegung

Wie es nun weitergeht: Entweder mit A (Sie machen sich selbst daran, den Text auszulegen) und/ oder mit (eine kleine Predigt zum Lesen)

A Bibel teilen:

·       Wenn du allein bist: du kannst den Text abschreiben.
Du kannst kreativ mit ihm umgehen.
Du kannst ihn auswendig lernen. 
Forme aus den Buchstaben ein Bild.
Schreibe oder male einfach auf, was Dir durch den Kopf geht.

·       Wenn du mit mehreren feierst: ihr könnt „Bibel-Teilen“ (so heißt die Methode): Wenn der Bibeltext vorgelesen ist, sagt jede und jeder daraus ein Wort oder einen Satz, der ihm oder ihr wichtig geworden ist, der hängen geblieben ist. Ohne Kommentar dazu. Es darf Wiederholungen geben. Danach den Text nochmal lesen. Anregungen für das Gespräch über den Text - einfacher Tipp: Jede und jeder spricht von sich selbst, in der ersten Person. - Was hat mich angesprochen, was finde ich gut? Und warum? - Was verstehe ich nicht? Was ärgert mich? Kann ich sagen, was mich stört? Was ist mir wichtig und warum?

·       Oder ihr führt ein Schreibgespräch: Auf einem leeren Blatt Papier beginnt eine/r mit einen Satz, ein/e andere/r setzt ihn fort. So entsteht ein stummer Dialog,
der Zeit zum Nachdenken lässt.  

·       Am Ende steht ein einfaches Gebet:

Gebet

Eine/r: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird Eure Herzen und Sinne / wird mein Herz und meine Sinne / in Christus Jesus bewahren. Alle: Amen.

 

B: eine kleine Predigt zur Lesung: 

Uns hat Gott das Wort von der Versöhnung anvertraut. Etwas Großes, Gewichtiges legt er damit in unsere Hände.
Denn Versöhnung stellt Gemeinschaft wieder her.
Unversöhnt steht man abgekehrt. Gedenkt einander im Zorn., wartet aber mit Ungeduld, dass Recht geschehe. Es müsste nur der andere oder die andere den ersten Schritt tun.
Es will nur nicht geschehen.

Versöhnt ist alles anders. Jemand hat den ersten Schritt gewagt. Oder besser: aus Abkehr ist Umkehr geworden und aus Umkehr wird Miteinander. Du, mein Mensch am Küchentisch, ihr anderen alle, die ich in Gedanken bei mir habe, euch brauche ich, wie das tägliche Brot.

Das ist in diesen Tagen so sehr zu spüren, dass es schmerzt: Wie schön ist es, dass die anderen alle gibt. Wieviel wird uns durch sie geschenkt. Selbst ihre Merkwürdigkeiten kann man vermissen.

Ja, es gab und gibt Christen, die suchen Einsamkeit. Aber soweit ich sehen kann, verstanden und verstehen sie ihr Eremitendasein als einen Dienst an Gott und an den Menschen, die gar nicht so fern von ihnen sind. Darum werden sie auch oft besucht.

Also wir sind dafür bestimmt, gemeinsam zu leben.
Das entspricht dem Wesen unseres Gottes.
Denn von ihm allein erfahren wir: Nichts.

Von Anbeginn steht er gegenüber: Sich selbst als Vater, Sohn und Heiliger Geist und bleibt sich verschieden: und doch eins.
In dem Moment, der als der erste bestimmt wird, entstehen schon Geschöpfe, ihm gegenüber und doch nicht ohne ihn.
Am meisten gilt das für uns selbst.

Verschieden, männlich, weiblich, mit einem unvorstellbaren Reichtum an Individualitäten ausgestattet und doch auf einander bezogen, Teil der Gemeinschaft in Gott.

Darum tut es so weh, wenn es anders ist, wenn wir es betreiben oder auch erleiden, dass wir unversöhnt leben.
Dann ist unser Mensch-Sein beschädigt.
Groß ist derjenige, der jetzt Versöhnung stiften kann.

Nur, wer hat dazu die Autorität? Am meisten derjenige, der die Gemeinschaft von allem Anfang an gestiftet hat. Also Gott.
Er schafft das Unrecht aus der Welt, indem er es erleidet.

Abschließend wird Jesus seine Wunden zeigen und sagen: „Friede sei mit Euch!“ Das ist kein frommer Wunsch. Es ist eine Segnung.

Was bleibt, ist, den Segen anzunehmen, also zu vertrauen. Aber noch mehr kann jetzt geschehen „Uns hat er“, wie Paulus schreibt, „das Wort von der Versöhnung anvertraut.“ Das ist ein kostbares Geschenk, das seinen Wert dadurch erhält,
dass wir es weitergeben:

So wollen wir das Wort in Jesu Namen hinaustragen, damit sich die Versöhnung zwischen Gott und Mensch in eine Versöhnung von Mensch und Mensch verwandeln kann.

Auf diesem Weg segne Euch Gott.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird Eure Herzen und Sinne / wird mein Herz und meine Sinne / bewahren in Christus Jesus.
Alle: Amen.

 

 

 

 

EG 93,1

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah:
Das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Fürbittengebet

Die einzelnen Teile des Fürbittengebetes können auf verschiedene Sprecher verteilt werden.

Lasst uns beten:
Jesus von Nazareth,

Menschensohn und Gotteskind
Herrscher aller Herren und unser Bruder

Du bist unser Halt, der Grund, der uns trägt,
das Dach unter dem wir wohnen,
der Frieden, in dem wir ruhen.

Wir nennen dir die Namen derer, die wir kennen,
die keinen Frieden finden 

---

die Namen der Verzweifelten

---

die Namen der Zerstrittenen

---

Schenke ihnen und uns die Kraft zur Versöhnung.

 

Wir bitten dich für die Flüchtlinge,
auf Lesbos und in Idlib.
Denke an die Armen und Unversorgten.


Überwinde ihre Not,
zeige deine Güte.

Vergib uns unsere Angst,
unsere Sorgen, unseren Unglauben.

Du bist das Leben
von dir erhoffen wir Heilung
an Leib und Seele.

Amen.

 

EG S. 57 Glaubensbekenntnis

Alle: Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem,
was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens,
aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung,
die auf Erlösung hofft.

Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes,
von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod
hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist er gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.

Wir glauben an Gottes Geist,
Weisheit von Gott,
die wirkt, wo sie will.
Sie gibt Kraft zur Versöhnung
und schenkt Hoffnung,
die auch der Tod nicht zerstört.
In der Gemeinschaft der Glaubenden
werden wir zu Schwestern und Brüdern,
die nach Gerechtigkeit suchen.
Wir erwarten Gottes Reich.

Vater Unser

Alle: Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen:
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 

 

EG 421

Verleih uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott zu unsren Zeiten,
es ist doch ja kein andrer nicht,
der für uns könnte streiten.
Denn du unser Gott alleine.

 

Segen

Eine/r: „Es segne Dich Gott, der Allmächtige und Barmherzige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“

Alle: Amen.

 

 

Kerze auspusten.

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