Ostern zu Hause

von Pfrin. Beate Ehlert, Hohes Lohr

Jeden Tag läuten die Glocken unserer Kirchen, auch ohne, dass wir zusammenkommen. Und trotzdem sind wir verbunden und können gemeinsam durch eine kleine Liturgie zuhause Gottesdienst feiern. 

 

Vorbereitung  

Sie brauchen:  

Den richtigen Ort: ob Küchentisch oder Sofa oder ganz woanders: dass wissen Sie selbst am besten. 

Eine Kerze, Streichhölzer 

Eine Bibel, ein Gesangbuch. Das muss aber nicht sein. Alles Wichtige steht auch hier. Versuchen Sie es einfach mit dem gemeinsamen Singen. Gemeinsames Singen stärkt und tröstet. Wenn Sie alleine sind oder sich das nicht zutrauen, können Sie die Verse natürlich auch einfach lesen.  

 

 

 

 

Beginn 

Eine/r: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 

Alle: Amen. 

Wir feiern Gottesdienst, wir feiern Ostern, heute, anders als sonst, anders Ostern, als wir jemals Ostern gefeiert haben. 

Und dennoch ist die Botschaft dieselbe, unabhängig von Ort und Zeit.

Die Botschaft von Ostern, auf der unser ganzes Leben gründet, ist immer und überall gleich, zu allen Zeiten.

Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 

Sie begründet unsere Hoffnung, ruft neues Leben hervor.

 

 

EG 99 Christ ist erstanden

Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 

Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis

 

 

Psalm 73, EG 733 – kann auch im Wechsel gebetet werden

Dennoch bleibe ich stets an dir,

denn du hältst mich bei deiner rechten Hand,

du leitest mich nach deinem Rat

und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

Wenn ich nur dich habe,

so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,

so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte

Und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn,

dass ich verkündige all dein Tun.

 

 

Schuldbekenntnis

Gott, heute verwandelst du unser Leben. Die Sonne des Ostermorgens rückt alles in anderes Licht. Fragen und Sorgen gerade in diesen Tagen haben nicht mehr das letzte Wort, Zuversicht breitet sich aus. Dein Osterfest bricht an. Doch manchmal zweifeln wir.

Heute ein Lachen, ein Staunen, ein Gefühl von Leichtigkeit und doch dieselben Fragen wie immer. Gott, schreib uns die Freude dieses Tages ins Herz, damit sie nicht verfliegt, sondern uns weiter trägt in alle Tage. Gott, stell uns neu vor Augen, dass du den Tod überwunden hast und Leben schenkst, damit wir nicht länger Angst haben, sondern Vertrauen fassen. Gott, spiel uns neu ins Ohr das Lied des Lebens, das du neu erschließt, damit wir nicht verzweifeln, sondern hoffen. Gott, hilf, lass es heute gelingen, dass das Licht des Ostermorgens die Schatten vertreibt und unser Leben verwandelt. Amen.

 

 

Lied EG 115, 1.2. Jesus lebt mit ihm auch ich

Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.

 

 

 

Gebet

Lebendiger Gott, dein Osterfest ist da. Gegen alle Erfahrungen des Todes heute und lallezeit setzt du Zeichen des Lebens. Du setzt der Angst eine Grenze. Du gibst der Sehnsucht ein Ziel. Du begegnest uns in dem Auferstandenen. Nur ahnend erfassen wir das Neue. Schemenhaft erkennen wir, dass du tatsächlich da bist – an unserer Seite. Wir bitten dich: Gib dich zu erkennen, halte uns fest, verwandle unser Leben, damit wir einstimmen können in das Osterlob all derer, die bezeugen, dass Christus auferstanden ist und für uns lebt in Ewigkeit. Amen.

 

 

Osterevangelium: Mk 16,1-8 (jede/r liest den Text leise oder gemeinsam gemeinsam laut lesen

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. nd sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich. Halleluja

 

Glaubensbekenntnis

 

 

Lied EG 115, 5.6 Jesus lebt mit ihm auch ich

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!

 

 

Verkündigungsimpuls (aus Hannover)

Der Himmel steht offen. – Ich sehe Horizontlinien. Die Erde ist eng, der Himmel ist nah. Die Nachbarin pfeift. Der Vogel singt. Wir berühren uns ohne uns zu berühren. Wir treffen uns am Horizont der Sinne. Ich fange den Himmel ein, mit meinem Blick - weite Weite. Und der Himmel spiegelt sich in gläsernen Flächen. Ist aber nicht zu fangen, nicht einzuengen, will heraus und kann nur grenzenlos sein. Über uns der grenzenlose Himmel – wie eng es auch ist. Über uns der grenzenlose Himmel. 

 

Der Himmel steht offen. –  Es ist Ostern. Weihnachten hing der Himmel voll Engelsgesang gegen die Angst. Heute ist das Grab hell und da erklingen die gleichen Worte - die Worte des Engels gegen die Angst. Sie flüstern auch mir ins Ohr: „Fürchte Dich nicht.“ 

 

„Fürchte Dich nicht.“ In aller Sorge um die Lieben. „Fürchte Dich nicht.“ Bei allen Bildern, die ins Wohnzimmer dringen über die Medien. „Fürchte Dich nicht.“ Du bist nicht allein. Du bist nicht allein. Du bist nicht allein. „Fürchte Dich nicht.“ Gott ist da. Er sorgt sich mit. Er weint über die Toten. Er hält Deine Hand. Er führt ins Licht, immer wieder ins Licht.  

 

„Fürchtet Euch nicht!“ Hallt es im Grab. Es hallt in Maria Magdalena und in Maria, der Mutter des Jakobus, und in Salome nach. Zitternd zuerst vor Staunen und erster ungläubiger Freude, dann immer fester. Kann es wirklich wahr sein? Kann es sein? Jesus – er ist auferstanden! 

 

„Fürchte Dich nicht.“ Hallt in meinem Herz nach. Hallt von den Wänden der Grabeskammer. Hallt in die Küchen und Stuben und Videokonferenzen und Altenheime und Intensivstationen. „Fürchte Dich nicht.“  Der Himmel steht offen. Gott hat den Weg frei gemacht. Wir stehen im Morgen Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber.  Es bricht ein Stein. 

 

Der Himmel steht offen. Über mir Wolken wie Engelschwingen. Da sind Engel. Sichtbar und unsichtbar. Da sind Spuren des „Fürchte Dich nicht“, ewig im Himmel und auf meiner Herzhaut.  Es sind blaue Worte und weich wie Wolke.  Engelworte, blau und weich wie weiche kleine Pelzchen - und es bricht der Stein. 

 

„Fürchte Dich nicht“, gesprochen für Dich. Das Grab ist auf und der Himmel steht offen. Nie mehr anders seit dem ersten Ostern. Und ich mag, dass wir nur ein Wort dafür haben: Sky und Heaven sind eins. Und ich schau nach oben. 

Fühle mich verbunden mit dem, was war und was ist, mit Gott. und Wolken wie Engelschwingen. Amen 

 

 

Lied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein 

Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit'. Halleluja! Gelobt sei Christus, Marien Sohn. 

Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja! Gelobt sei Christus, Marien Sohn. 

Er hat zerstört der Höllen Pfort, die Seinen all herausgeführt und uns erlöst vom ewgen Tod. Halleluja! Gelobt sei Christus, Marien Sohn. 

Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja! Gelobt sei Christus, Marien Sohn

 

 

Fürbitten: 

Barmherziger Gott, wir sind verbunden.  Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. 

An diesem Ostermorgen bitten wir Dich: lass alle Menschen das Licht sehen! Lass uns selbst Licht sein!  Erleuchte und bewege uns! 

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille 

Wir denken an alle, die wir lieben. Wie gerne würden wir die Ostertage zusammen verbringen. Wir denken an sie. Was tun sie gerade. Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille

Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille

 Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille

Was uns heute noch wichtig ist, bringen wir jetzt in der Stille vor dich.  Stille

Gott, wir sind Deine Menschen und miteinander verbunden. Erleuchte und bewege uns. Und hilf uns allen, dass wir mit dem Licht der Osterbotschaft in diesen Tag gehen. 

Wir beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:  Vaterunser

 

 

Lied EG 103, 5.6 Gelobt sei Gott

Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

O mache unser Herz bereit, damit von Sünden wir befreit dir mögen singen allezeit: Halleluja, Halleluja, Halleluja.

 

Segen 

So segne Dich / Euch Gott der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. 

Alle: Amen. 

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