Andacht zu Pfingsten

von Pfrin. Sabrina Niemeyer, Klinikseelsorge

 

Kinder stellen Erwachsenen Fragen wie: „Wo wohnt eigentlich der liebe Gott?“ oder „Wo wohnt Opa, der gestorben ist?“ Die Erwachsenen antworten dann oft mit: „Der liebe Gott wohnt im Himmel“ und zeigen mit der Hand nach oben. „Opa wohnt nun beim lieben Gott im Himmel, da geht es ihm gut und er passt auf dich auf.“ Wie lautet aber die Antwort auf die Frage: „Wo wohnt der Heilige Geist?“ Ganz zu schweigen davon einem Kind zu erklären, was der Heilige Geist ist. 

Vielleicht ist deswegen Pfingsten ein Fest, das von vielen Menschen übersehen wird. Weihnachten ist das Familienfest, auf das sich wochenlang vorbereitet wird. Mit einer Geschichte, die fast jedes Kind kennt. Ostern ist da schon ein wenig schwieriger, Tod und Auferstehung Jesu sind nicht einfach zu verstehen, aber die vier Tage frei machen Ostern doch zu einem beliebten Fest. 

Aber Pfingsten? Was soll da man da eigentlich feiern? Heiliger Geist, Geist Gottes? Was ist das? Wie kann ich etwas, was nicht zu sehen ist, fassen? 

Die Pfingstgeschichte erzählt, dass Gottes Geist sich seinen Weg zu uns sucht bis in die tiefsten Winkel unseres Seins. Gottes Geist versteht uns daher auch, wenn wir keine Worte haben. Das ist der Trost, den ich in meinem Leben brauche. Für mich steht der Heilige Geist für das Gute. Er ist der, der mir Mut macht, der mich durch seine Zuwendung verwandelt, der das Gute und das Beste aus mir herausholt. Er ist der, dessen Nähe mich heil machen kann, der mich trösten kann, wenn ich traurig bin. Dabei kann er leise und zart sein, aber auch kraftvoll und stark. Er ist die Kraft und die Liebe Gottes, die mich umgibt.

Wo wohnt nun der Heilige Geist? Eine Antwort kann sein: unter uns. Er ist die Kraft, die uns mit Gott verbindet. Er begleitet uns, er stärkt uns, er bewahrt uns. Wir können ihn in unserem Leben erkennen: dort wo die Liebe Gottes Spuren hinterlässt, am Menschen oder in der Welt, wird der Heilige Geist sichtbar. Dort wo die Liebe Menschen und die Welt zum Guten verwandelt. 

 

Die Pfingstgeschichte kann nachgelesen werden in der Apostelgeschichte des Lukas, dem 2. Kapitel, die Verse 1-21. 

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