Andacht zum 1. Sonntag nach Ostern

von Pfr. Christof Hartge, Altwildungen

 

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,“ sagt Jesus, „da bin ich mitten unter ihnen.“ Das macht Mut, den Gottesdienst auch zu Hause zu feiern. Der erste Sonntag nach Ostern trägt den schönen Namen „Quasimodogeniti“. Zu deutsch: „Wie die Neugeborenen“. Der Sonntag feiert, dass wir durch die Taufe neu ins Leben treten. So wie das einem neugeborenen Kind geschieht, nur für Große. Daran sich zu erinnern, es in die Gegenwart zu holen und zu leben, kann gerade in diesen Tagen nur richtig sein.

Ihr Pfarrer Christof Hartge.

 

Vorbereitung

 

Sie brauchen:

  • Den richtigen Ort: ob Küchentisch oder Sofa oder ganz woanders: dass wissen Sie selbst am besten.

  • Eine Kerze, Streichhölzer

  • Diese Seiten

  • Optional: Eine Bibel, ein Gesangbuch. Das muss aber nicht sein. Alles Wichtige steht auch hier. Haben Sie Mut zum Singen. Gemeinsames Singen stärkt und tröstet. Wenn Sie alleine sind oder sich das nicht zutrauen, können Sie die Verse auch einfach lesen. Die Liednummern beziehen sich auf das Evangelische Gesangbuch (EG) oder das EG+.

Beginn

 

Eine/r: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Alle: Amen.

 

+EG 19

 

1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein. Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein. Halleluja, Halleluja, Halleluja,

es bricht ein Stein.

2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist: Der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist. Ein Tanz, der uns alle dem Tod entreißt. Halleluja ...

3. An Ostern, o Tod, war das Weltgericht. Wir lachen dir frei in dein Angesicht.
Wir lachen dich an, du bedrohst uns nicht. 
Halleluja ...

4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht, im Aufstand erklingt unser Osterlied.

 

Halleluja ...

4. Am Ende durchziehn wir, von Angst befreit, die düstere Pforte, zum Tanz bereit.
Du selbst gibst uns, Christus, das Festgeleit. 
Halleluja ...

 

Aus Psalm 116 (1-9.13)

 

Das ist mir lieb,
dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.

Denn er neigte sein Ohr zu mir;

darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.

Aber ich rief an den Namen des HERRN:

Ach, HERR, errette mich!
Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.

Der HERR behütet die Unmündigen;

wenn ich schwach bin, so hilft er mir. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.

Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem HERRN
im Lande der Lebendigen.

Ich will den Kelch des Heils erheben und den Namen des Herrn anrufen.

 

Gesungen oder gesprochen:

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und allezeit
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Tagesgebet

 

Eine/r:

Gott, wo dein Licht aufgeht, finden wir uns ein. Die Strahlen der Sonne finden ihren Weg
bis auf unser Gesicht.

So bitten wir dich,
lass dein Licht leuchten,
rücke uns aus dem Schatten des Todes,

 

 

dass wir deine Wärme spüren

und dein Licht Verstand, Herz und Sinne durchzieht.

Durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

 

EG 100, 1-5

 

1.Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit
. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2. Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja ...

3. Er hat zerstört der Höllen Pfort, die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod. 
Halleluja ...

4. Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja ...

5. Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit. Hallel
uja ...

 

Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kap. 40:

 

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen?
Er führt ihr Heer vollzählig heraus
und ruft sie alle mit Namen;

seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst:

 

»Mein Weg ist dem Herrn verborgen,
und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«?

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott,
der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt,

sein Verstand ist unausforschlich.

Er gibt dem Müden Kraft
und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt,
und Männer straucheln und fallen;

aber die auf den Herrn harren,
kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Auslegung

 

Jesaja 40, 26-30

Wie es nun weitergeht: Entweder mit (Sie machen sich selbst daran, den Text auszulegen) und/ oder mit (eine kleine Predigt zum Lesen)

Bibel teilen:

  • Wenn du allein bist: du kannst den Text abschreiben. Du kannst kreativ mit ihm umgehen.
    Du kannst ihn auswendig lernen.
    Forme aus den Buchstaben ein Bild.

    Schreibe oder male einfach auf, was Dir durch den Kopf geht.

  • Wenn du mit mehreren feierst: ihr könnt „Bibel-Teilen“ (so heißt die Methode): Wenn der Bibeltext vorgelesen ist, sagt jede und jeder daraus ein Wort oder einen Satz, der ihm oder ihr wichtig geworden ist, der hängen geblieben ist. Ohne Kommentar dazu. Es darf Wiederholungen geben. Danach den Text nochmal lesen. Anregungen für das Gespräch über den Text - einfacher Tipp: Jede und jeder spricht von sich selbst, in der ersten Person. - Was hat mich angesprochen, was finde ich gut? Und warum? - Was verstehe ich nicht? Was ärgert mich? Kann ich sagen, was mich stört? Was ist mir wichtig und warum?

  • Oder ihr führt ein Schreibgespräch: Auf einem leeren Blatt Papier beginnt eine/r mit einem Satz, ein/e andere/r setzt ihn fort. So entsteht ein stummer Dialog, der Zeit zum Nachdenken lässt.

  • Am Ende steht ein einfaches Gebet: 

Gebet

 

Eine/r: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird Eure Herzen und Sinne / wird mein Herz und meine Sinne / in Christus Jesus bewahren. Alle: Amen.

 

B: eine kleine Predigt zur Lesung:

Es ist an der Zeit, daran zu erinnern, dass unser Glaube eine überfließende Quelle von Mut und Zuversicht ist, die Kraft genug bereit stellt, auch diese Krise zu überstehen. Mit den Worten des Propheten Jesaja lässt sich einüben, wie das gehen kann: Mut zu fassen.

Die ersten Worte sind eine Aufforderung und lauten: „Hebt eure Augen auf!“ Jesaja hat die Verbannten in Babylon angesprochen. Er bittet sie, nicht nur sich selbst zu sehen, sondern das ganze Bild wahrzunehmen: Sich selbst, die Verbannten, denen ihre Recht auf ein Zuhause genommen ist, aber auch den Himmel, der sich über ihnen spannt. Er erstreckt sich weit, einige tausend Kilometer. Bis nach Jerusalem erstreckt sich der Himmel. So groß und weit hat Gott alles gemacht. Da hinein gehört ihre Trauer. Wird das Leid dadurch anders? Nein. Aber es schaut sich anders an. Und das ist der Anfang des Hoffens.

So will auch ich nach dem größeren Bild schauen, um zu sehen, wie die Pandemie, die über uns gekommen ist, da hinein gehört. Es fällt nicht schwer in diesen Frühlingstagen, zu erkennen, wie schön die Welt um uns herum ist. Das alles entfaltet sich von Anbeginn an in einer unbegreiflichen und unvorstellbaren Kreativität. Dazu gehören unsere Erde, unsere Heimat und auch der Frühling, den wir gerade erleben. Groß und unausforschlich ist der Gott, der das alles geschaffen hat. Dazu gehören auch die Viren die Krankheiten auslösen. Auch sie sind ein Teil einer Welt voller Möglichkeiten.

Deshalb wage ich einmal den Gedanken: Können wir das akzeptieren, dass der Virus da ist? Es ist mir ein Herzenswunsch, das wir uns das zugestehen. Denn es ist ja so: 2012 simulierte das Robert-Koch-Institut in einer Studie eine Virusepedemie, die der unsrigen, die wir jetzt tatsächlich erleben, sehr ähnlich ist. Damals ging man davon aus, dass es drei Jahre dauern würde, bis ein Impfstoff gefunden ist. Damals war man nicht Wunsch getrieben, dass es so bald wie möglich ein Heilmittel geben müsse. Umso ernster ist diese Aussage zu nehmen. So werden wir wohl über längere Zeit mit dem Virus zu leben haben.

Ich erinnere daran: Jesaja hatte den Himmel der Hoffnung weit aufgespannt, von Babylon bis Jerusalem. Und wie weit reicht der Bogen unserer Hoffnung? Um das heraus zu bekommen, brauchen wir nur ein kleines Stück Erinnerung: Wir sind getauft. Auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes geschah das. Geschah es aber auf diesen Namen, dann haben wir eine Hoffnung, die auch der Tod nicht zerstört: Mit diesem Gott leben wir, sterben wir und finden uns in der Auferstehung wieder. So weit ist der Himmel unserer Hoffnung. Und da drunter wird sich der Weg durch die kommenden Monate und Jahre schon finden, von dem wir eines Tages hoffentlich sagen werden: Es ist ein Segensweg gewesen.

 

Eine/r: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird Eure Herzen und Sinne / wird mein Herz und meine Sinne / in Christus Jesus bewahren. Alle: Amen.

 

Glaubensbekenntnis

 

Eine/r: Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,

die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Eine/r: Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,

Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt
unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden
nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Eine/r: Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,

Amen.

 

Fürbittengebet

 

Gott,
sieh uns an, hier im Haus,
unsere Nachbarn,
alle, die nach dir rufen:
wir brauchen deine Stärke und Hilfe.

Manche fürchten um ihr Leben, oder das ihre Liebsten,
höre ihr Rufen!

Manche fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz, andere sind sehr allein;
weil sie keinen Besuch haben dürfen.
Stärke sie, hilf ihnen und uns, diese Not zu überstehen.

Wir danken für die Liebe, die uns vereint,
den Glauben, der trägt,
die Hoffnung, mit der wir den morgigen Tag erwarten.

Sieh uns freundlich an,
uns, unsere Lieben, die Nachbarn, den ganzen Erdkreis. durch Jesus Christus.

Vater Unser ...

 

EG 200, 1

 

Ich bin getauft auf deinen Namen,

 

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist;

ich bin gezählt zu deinem Samen,

zum Volk, das dir geheiligt heißt;

Ich bin in Christus eingesenkt,

ich bin mit seinem Geist beschenkt.

 

 

Segen

 

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