Auch nach 38 Jahren noch "Anfänger im Glauben"

Pfarrer Klemens Blum in den Ruhestand verabschiedet

(v.l.n.r.) Der Edertaler Bürgermeister Frederik Westmeier, Pfarrerin Romy Rimbach, Pfarrer Klemens Blum, Dekanin Petra Hegmann, Kirchenvorstandsmitglied Dieter Daude
(v.l.n.r.) Der Edertaler Bürgermeister Frederik Westmeier, Pfarrerin Romy Rimbach, Pfarrer Klemens Blum, Dekanin Petra Hegmann, Kirchenvorstandsmitglied Dieter Daude

Edertal-Affoldern. Mit einem festlichen Gottesdienst in der voll besetzten Kirche von Affoldern ist Pfarrer Klemens Blum in den Ruhestand verabschiedet worden. Insgesamt 37 Jahre wirkte er als Seelsorger zunächst in den Edertaler Ortsteilen Affoldern, Mehlen und Buhlen, später auch in Hemfurth und Bringhausen.

Für die musikalische Gestaltung sorgten der Posaunenchor Edertal unter der Leitung von Reckhard Pfeil, der Pop- und Gospelchor „Spirit and Joy“ (Leitung: Silvia Pfleger-Abächerli) sowie Annette Besch an der Orgel.

 

Dekanin Petra Hegmann würdigte Blum als einen Pfarrer, der stets ansprechbar für die Menschen vor Ort gewesen sei. Seine Belesenheit und die Tiefe seines Nachdenkens hätten ihn ausgezeichnet. Er habe ein feines Gespür für die leisen Töne, für Verletzlichkeit und die Unsicherheiten im Leben gehabt. „Danke für Ihre Art, Pfarrer zu sein und Gemeinde zu gestalten“, sagte Hegmann. Viele der von ihm gelegten Spuren würden von anderen aufgenommen und weitergeführt. Für den neuen Lebensabschnitt wünschte sie ihm alles Gute und Gottes Segen.

 

In seiner Predigt blickte Klemens Blum dankbar auf seine Zeit im Edertal zurück. Zugleich lenkte er den Blick bewusst nicht auf den Abschied, sondern auf die Bedeutung von Neuanfängen. Anfänge prägten Leben und Glauben – auch er selbst verstehe sich weiterhin als Anfänger im Glauben. Die Gemeinde habe ihm in den vergangenen Jahrzehnten ermöglicht, sprachfähig zu werden und gemeinsam zu leben, zu hoffen und zu beten. „Geschichte ist immer auch Wandlung“, sagte Blum. „In allem beständig ist Gott. Ihm dürfen wir vertrauen.“

 

Für den Kirchenvorstand dankte Dieter Daude dem scheidenden Pfarrer für sein langjähriges Engagement. Die Zusammenarbeit sei stets bereichernd gewesen, und Blum habe deutliche Spuren im Leben vieler Menschen hinterlassen. „Danke für Deinen Einsatz, der weit über die Stellenbeschreibung hinausging“, so Daude.

Auch Edertals Bürgermeister Frederik Westmeier hob die enge Verbundenheit Blums mit den Menschen hervor: „Wir sagen auf Wiedersehen zu einem außergewöhnlichen Pfarrer. Mit Ihren einfühlsamen Worten und Ihrer besonderen Art haben Sie viele berührt.“ Für die Kollegen im Kooperationsraum Bad Wildungen – Edertal bedankte sich Pfarrer Christof Hartge für die immer gute und intellektuell bereichernde Zusammenarbeit: „Genau Hinschauen und freundliche Skepsis unter die Menschen zu bringen, das kann man von Dir lernen. Diese Art werden wir vermissen.“

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus nutzten zahlreiche Gemeindemitglieder die Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden. Dabei wurde deutlich, wie sehr Blum geschätzt wurde.

 

Pfarrerin Romy Rimbach, die künftig auch für die Gemeinden Mehlen, Affoldern, Hemfurth und Bringhausen zuständig ist, betonte: „Wir verlieren einen besonderen Seelsorger, der für die Menschen gelebt hat. Es wird schwer, diesen Verlust aufzufangen.“

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