Künstlertrio begeistert mit Klängen aus Kirche, Synagoge und Moschee

Mitreißende Musik für Frieden

von Karl Hermann Völker

Klarinette, Orgel und Bechertrommel vereinten sich, als auf der Empore der Frankenberger Liebfrauenkirche (von links) Irith Gabriely, Thomas Wächter und Abuseyf Kinik die Friedenshymne „Shir LaShalom“ erklingen ließen. (C) Karl Hermann Völker
Klarinette, Orgel und Bechertrommel vereinten sich, als auf der Empore der Frankenberger Liebfrauenkirche (von links) Irith Gabriely, Thomas Wächter und Abuseyf Kinik die Friedenshymne „Shir LaShalom“ erklingen ließen. (C) Karl Hermann Völker

Frankenberg – Ebenso mitreißende wie reflexive Musikelemente aus Kirche, Synagoge und Moschee vereinten sich am Wochenende in der Frankenberger Liebfrauenkirche zu einem „großartigen Appell für Frieden, Toleranz und Weltoffenheit“, wie Elke Mitze, Mitinitiatorin des Partnerschaftsausschusses im evangelischen Kirchenkreis erklärte, von einem internationalen Musikertrio: Irith Gabriely, mit der Klarinette „Queen of Klezmer“, Thomas Wächter, Dekanatskantor aus Taunusstein an der Orgel, und Abuseyf Kinik, Meister der türkischen Laute „Sass“. 

   „Man sucht immer besser das Gemeinsame als das Trennende“, meinte die aus Haifa stammende Klarinettistin des Staatstheaters Darmstadt Irith Gabriely, als sie ihr mit drei Kulturen verflochtenes Musikertrio „Church meets Synagogue & Mosqe“ vorstellte. Mit viel Humor und „Zeichen der Liebe zwischen Geschwistern“ spannte sie, das Instrument in der Hand, von der Empore des großen gotischen Kirchenraums aus, vor dem Altar und mitten im Publikum einen schillernden musikalischen Bogen zwischen altorientalischer Rhythmik und Melodik, Bachscher Sonaten-Polyfonie und hebräischer Liedtradition. Die Zuhörer schlossen sich bald an, klatschten und sangen mit.

   Ob beim Versöhnungsruf mit dem „Schofar“, dem einfach gebogenen Widderhorn der aschkenasischen Juden, oder dem Saxophon zu Thomas Wächters expressiver Choralbearbeitung „In dir ist Freude“ - Irith Gabrielys Musik mündete, und dabei war der Palästina-Israel-Konflikt stets unausgesprochener Kontext, in die Aufforderung: „Flüstert nicht ein Gebet, brüllt für den Frieden“, gefolgt von einem gewaltigen „Amen - so sei es!“. 

   Einer der berührendsten Momente des Konzerts der Weltreligionen war, als sich Abuseyf Kinik als Perkussionist mit der arabischen Darbuka (Bechertrommel) bei der Hymne der israelischen Friedensbewegung „Shir LaShalom“ zu Kirchenorgel und Klezmer-Klarinette gesellte. Yitzhak Rabin hatte das Lied am 4. November 1995 am Ende einer Friedensdemonstration mit 10 000 Menschen gesungen, kurz danach wurde er ermordet, wie Irith Gabriely erinnerte.

   Es gab am Ende des Konzerts begeisterten, stehenden Beifall für diesen Friedensappell und Zugaben. Für die Veranstalter dankten Dekanin Petra Hegmann und Elke Mitze dem Trio mit Geschenken. Am Sonntag endete die vierwöchige Ausstellung „Begegnungen in Palästina und Israel“ im Haus am Geismarer Tor (HNA berichtete). 

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