Kirchengemeinde Vöhl - Unsere Gemeinde

Die Kirche in Marienhagen

Die Kirche in Marienhagen geht auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert zurück - eine große Renovierung fand in den Jahren 1681-82 statt. 1966 ist der Chorraum um einen kleinen Anbau erweitert worden. Die letzte umfassende Renovierung sowie der Einbau einer neuen Orgel fand im Jahr 2003 statt.

Im Moment stehen hölzerne Stützsäulen und Joche in der Kirche, um die Decke zu stabilisieren. Es laufen aber Anträge, um in der nächsten Zeit die Kirche renovieren zu können.

 

Die Kirche kann jederzeit besichtigt werden - den Schlüssel gibt es bei der Küsterin oder im Pfarramt. 

Eine Besonderheit: Die "Frankenkirche"

Bevor es eine Kirche oder Kapelle zu Marienhagen gab stand draußen im Feld die Frankenkirche. Im Volksmund und auch in amtlichen Plänen werden die Parzellen 199b und 200 in dem Flurstück VI als „alter Kirchhof“ („ahler Kerkhof“) benannt. Diese Bezeichnung lässt erkennen, dass dort der Standort unserer 1. Kirche zu suchen ist.

In einer Schrift über die Quernstkirche heißt es: „Trotz vieler Nachforschungen bleibt vieles im Dunkel.“ In Bezug auf unsere Frankenkirche bleibt vieles noch dunkler. Fest steht nur, dass es sich um eine der Höhenkirchen handelt, die während der Christianisierung des Grenzgebietes zwischen den Machtbereichen der Franken und der Sachsen (Niedersachsen) errichtet wurden.

Über andere Kirchen diese Art in unsere Gegend (Quernstkirche, Fürstenkirche, Büraberg…) ist hinsichtlich ihrer Gestalt und Geschichte viel mehr bekannt als über die Frankenkirche. Vielleicht liegt es daran, dass diese am weitesten nach Norden vorgeschoben also auch am gefährdetsten lag.

Besondere Gefahren entstanden immer wieder bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den benachbarten Volksstämmen. Den Vorstößen der Sachsen nach Süden folgten Gegenangriffe der Franken nach Norden. Erinnert sei an den Sachseneinfall im Jahr 778, der bis in den Raum um Laisa führte.

Von der Angst vor feindlichen Überfällen berichtet auch die Marienhagener Glockenbornsage. Da heißt es:

Die Frankenkirche lag auf einer Anhöhe nahe Marienhagen. Vom Kirchturm aus hatte man eine weite Sicht in das Land ringsum. Das Herannahen von Feinden war von hier aus früh zu erkennen. Durch das läuten der Glocken warnte man die Bewohner der Umgebung. Als eines Tages das herannahen großer Feindesschar angemeldet wurde, wollte man die wertvollsten Stücke des Kirchenbesitzes in Sicherheit bringen. Auch die Glocke holte man in Eile herunter und versenkte sie schnell in den nahegelegenen Brunnen.

Als die Feinde abzogen, und man die Glocke wieder an ihren alten Platz hängen, aber – oh weh – sie lagen so tief im Brunnenschacht, dass es unmöglich war, sie wieder herauszuholen. Seit dieser Zeit heißt der Brunnen „der Glockenborn“.

Von dem Bauwerk der Frankenkirche ist kaum noch etwas zu finden. Wie kommt das?

Von der Quernstkirche wird doch berichtet, dass noch vor 100 Jahren dort hohe Mauern – bis zu 6 m – vorhanden waren.

In unserem Fall lagen die Überreste der Kirche so nahe am Dorf, dass es nicht viel Mühe kostete, behauene Steine aus der Ruine zu lösen und für Neubauten ins Dorf zu schaffen. Wir dürfen annehmen, dass es in Marienhagen hie und da, vielleicht besonders an unserer jetzigen Kirche, Mauern gibt, die aus Teilen der ehemaligen Frankenkirche errichtet wurden.

 

(aus der Festschrift "Kapelle zu Merbenhagen", Pfingsten 1990)

von Karl Weisheit (1919-2002),

Dorflehrer in Marienhagen

 

Hin und wieder feiert die Kirchengemeinde in Marienhagen einen Gottesdienst im Grünen an der Frankenkirche. Das kleine Wäldchen ist wunderbar gelegen von Marienhagen aus Richtung Vöhl mit herrlicher Aussicht in die Region. Das Grundstück ist heute in privatem Besitz, kann aber jederzeit betreten und besichtigt werden.

Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg.

 

Unten findet man Bilder der Frankenkirche vom Sommer 2021.

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