
Frankenberg – Einen Doppelhaushaltsplan mit einem Finanzvolumen für 2026 in Höhe von rund 3 Millionen, für 2027 mit 2,4 Millionen Euro hat die Synode des evangelischen Kirchenkreises Eder am Wochenende bei ihrer Frühjahrstagung im Gemeindehaus an der Liebfrauenkirche verabschiedet. Dabei machen die Personalkosten mit rund 960.000 Euro den größten Anteil der Ausgaben aus, wovon 638.000 Euro auf die Jugendarbeit entfallen. „Der Haushalt konnte noch einmal durch Abschmelzen von Rücklagen ausgeglichen werden“, sagte Philipp Jung, Leiter des Kirchenkreisamtes Korbach, der die Einzelpläne vorstellte. Es zeichne sich jedoch in den Folgejahren ein Kipppunkt ab, an dem auf allen Ebenen kirchlicher Aktivitäten strategisch neu geplant werden müsse.
Zuvor hatte Jung die Jahresabschlüsse für den Kirchenkreis 2023 und 2024 vorgelegt, nach denen 243.000 Euro den Rücklagen zugewiesen werden konnten. Dies war auch nach Ansicht von Peter Materna (Geismar), Vorsitzender des Finanzausschusses des Kirchenkreises, noch einmal die Möglichkeit, die sich ergebenden Defizite nach deutlich zurückgehenden Zuweisungen durch die Landeskirche in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Auf seine Empfehlung hin wurden sowohl die Jahresabschlüsse 2023/24 und der Haushaltsplan 2026/27 des Kirchenkreises Eder mit großer Einmütigkeit beschlossen.
Die Synodentagung in Frankenberg, die von Präses Gabriela Peter-Berthold (Bad Wildungen) geleitet wurde, war durch eine Andacht von Pfarrerin Marie-Christine Weydemeyer (Gemünden) eingeleitet worden. In ihrem Willkommensgruß an die Synodalen äußerte die Bürgermeisterin der Stadt Frankenberg, Barbara Eckes, ihren besonderen Dank „den vielen Ehrenamtlichen unter Ihnen, die ihr Amt in schwierigen Zeiten ausüben“.
Auch der Propst des Sprengels Marburg, Dr. Volker Mantey, sprach den vor Kurzem neu gewählten Synodalen angesichts aller Herausforderungen Zuversicht zu. „Vielleicht sollten wir aufhören, von der Krise der Kirche zu sprechen“, sagte er. „Die Kirche selbst ist in keiner Krise. Die Kirche als Organisation sehr wohl.“ Am Beispiel des biblischen Mose-Berichts machte Mantey deutlich, wie Gott bei der Wüstenwanderung auch dem Volk Israel trotz aller Fehler immer wieder geholfen habe. „Es wird auch mit unserer Kirche und Gott im Rücken weitergehen!“
Konstituiert hat sich im Kirchenkreis Eder auch die neue Mitarbeitervertretung. Timo Gleim (Gemünden) gab ihre Zusammensetzung bekannt mit Bärbel Reuber (Kleinern), Louisa Göbel (Bad Wildungen), Michelle Joost (Frankenau), Ingrid Groß (Frankenberg), Patrik Rauner-Truxer (Ernsthausen), Tatjana Juhlke (Bottendorf), Elvira Becker (Burgwald) und Nelli Hofmann (Frankenberg). Danach gehören von neun Mitgliedern fünf dem Zweckverband Ev. Kindertagesstätten im Kirchenkreis Eder an.
Als neuer „Diakon in der Region“ stellte sich der Kirchenkreissynode Jonas Skroblin vor, der künftig im Kooperationsraum Bad Wildungen und Edertal arbeiten wird. Er hat sich, wie er sagte, die Förderung multiprofessioneller Teams von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zur Aufgabe gemacht, ebenso besondere Gottesdienstformen, vor allem auch für Kinder und Jugendliche.
Von der Frühjahrstagung der Landessynode von Kurhessen-Waldeck berichtete zum Schluss Nora Born (Frankenberg). Statt der dreiteiligen „Gebäudeampel“ werde es künftig in der Gebäudestrategie der Landeskirche nur noch antragsberechtigte oder nicht antragsberechtigte Bereiche geben. Ein Antrag von Pfarrer Reinhold Schott (Frankenberg) zur Finanzierung nebenamtlicher Chorleitungsstellen wurde an den Kirchenkreisvorstand zur Vorbereitung einer Beschlussvorlage für die nächste Synode am 25. September verwiesen.