Kirche verändert sich

von Karl-Hermann Völker

wikipedie.de/vöhl (CC BY-SA 3.0)
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Bad Wildungen/Vöhl. „Migration ist in der Menschheitsgeschichte etwas Normales und Notwendiges. Wichtig bei der Integration ist die Teilhabe aller – als Kirche treten wir besonders für die Verlierer von Veränderungsprozessen ein“, erklärte Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, Dezernentin für Diakonie und Ökumene bei der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck.

Vor der Herbstsynode des Kirchenkreises Eder in Vöhl stellte sie den Veränderungsprozess von Kirche und Gesellschaft durch Flüchtlinge und Migranten in den Mittelpunkt der Diskussion. Sie ging besonders auf die Ursachen in den Krisengebieten der Welt mit derzeit 65 Millionen Menschen auf der Flucht ein, von denen die meisten in benachbarten Ländern und nur zwei Prozent in Europa ankämen.

Für die Landeskirche sei diese große Herausforderung zu einer echten „Querschnittsaufgabe“ geworden, die zu zahlreichen erfolgreichen Kooperationen zwischen diakonischen und kirchlichen Einrichtungen geführt habe. „Es sind vor allem aber die vielen Ehrenamtlichen und Freiwilligen in unseren Gemeinden, die dem Gebot Christi ein Gesicht verliehen haben.“ Den Anteil der ehrenamtlichen Unterstützer in den 20 Kirchenkreisen von Kurhessen-Waldeck schätzte die Referentin auf etwa 8000 ein.

Gütter erklärte vor den Waldeck-Frankenberger Synodalen die Notwendigkeit, „sprach- und dialogfähiger in Glaubensfragen zu werden“ und bereit zu sein, „uns als Kirche so zu verändern, dass auch Christen aus anderen Kulturen sich bei uns heimisch fühlen“. Dass dies in den Gemeinden des Kirchenkreises schon weitgehend und mit Erfolg gelingt, bestätigte die anschließende Diskussion.

Ängste und Kritik aufgreifen

„Die Stimmung bei uns ist sehr gut“, berichtete Pfarrer Kurt Heyer (Sachsenhausen). „Wir haben für alle Flüchtlingsfamilien Patenfamilien gefunden, die sich intensiv kümmern.“ Vom Engagement der Vereine und von ehrenamtlichen Sprachkursen berichtete Pfarrer Til Anders Follmann (Waldeck). Schwierigkeiten bereite immer noch das Problem der Familienzusammenführung. Pfarrer Christoph Holland-Letz (Frankenberg) lobte ebenfalls die Willkommenskultur der Kirche, forderte aber auch, „die Ängste und Kritik angemessen aufzugreifen“. Es müsse endlich eine gesetzliche Regelung für die Einwanderung geschaffen werden. Auch Propst Helmut Wöllenstein (Marburg) lenkte den Blick auf notwendige Verringerung der Fluchtursachen in der Welt. „Wir sind dafür mitverantwortlich!“

Das kommende Erntedankfest, bei dem die Kollekte in den Kirchen für die Welthungerhilfe bestimmt sei, biete vielfältigen Anlass, neben dem Dank auch die Bitte um Frieden hörbar werden zu lassen.

Gemeinderäume überdenken

Auf die schwierige Zukunftsaufgabe bereitete Dekanin Petra Hegmann in ihrem Bericht des Kirchenkreisvorstandes die Synodalen des Kirchenkreises Eder in Vöhl vor. Es gelte, die Gemeindearbeit neu zu überdenken, heutige „Nur-noch-Dreiviertel-Stellen“ für Pfarrer in ganze oder halbe umzuwandeln, neue Kirchspiele zu bilden und auch der Gebäudebestand stehe zur Disposition.

„Um diese Debatten kommen wir nicht herum, wollen wir auch in Zukunft bestmögliche Rahmenbedingungen für die Verkündigung des Evangeliums und die Gemeindearbeit schaffen“, sagte Hegmann.

Bei den Kirchengebäuden werde es eine Kategorisierung in A-, B- oder C-Kirchen geben mit Konsequenzen für die finanzielle Ausstattung, kündigte die Dekanin an. Details würden von der Landeskirche erarbeitet. Die Landessynode habe beschlossen, dass bei Veränderungen bei Gemeindehäusern künftig auch „der Einbau von Gemeinderäumen in die Kirche überprüft werden soll“. Insgesamt sei derzeit eine Überkapazität an Räumlichkeiten vorhanden.

Eine Andacht in der Vöhler Kirche, gehalten von Pfarrer Til Anders Follmann (Waldeck), hatte zuvor auf die Herbstsynode eingestimmt. Präses Adam Daume (Bottendorf) begrüßte unter den Gästen neben Landrat Reinhardt Kubat auch Bürgermeister Matthias Stappert (Vöhl) und Propst Helmut Wöllenstein (Marburg). Als neuer Bezirkskantor in Frankenberg stellte sich Nils-Ole Krafft der Kreissynode vor.

Daume berichtete von der 13. Landessynode im Kloster Haydau. Themen: Flüchtlingsfrage, Volkskirche und Ethik. Aus dem Kirchenkreis Eder seien gewählt worden: Manfred Albus (Frebershausen) als Stellvertreter im Rat der Landeskirche, Andrea Hose-Opfer (Bad Wildungen), Jan Friedrich Eisenberg (Vöhl) und Manfred Albus für den Benennungs- und Nominierungsausschuss der Bischofswahl. Daume selbst gehört künftig dem Finanzausschuss der Landeskirche an. 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Waldecker Landeszeitung und der HNA

Autor: Karl-Hermann Völker

Bericht vor Dekanin Petra Hegmann zur Herbstsynode 2016

Bericht des KKV Herbstsynode 2016.docx
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