Flächendeckende Angebote

Kirchenkreis beschließt auf Herbstsynode Konzepte für Kinder und Jugendarbeit

von Susanne Battenfeld (C) HNA, 10. September 2019

Frankenberg – Nachdem die Kreissynode bereits im Herbst 2018 beschlossen hat, die Kräfte im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu bündeln, haben die Synodalen jetzt weitere Weichen gestellt, um im Kirchenkreis möglichst flächendeckende Angebote bieten zu können.

Bei zwei Enthaltungen stimmten sie dafür, dass die Anstellung der Jugendreferenten, die bisher bei den Gemeinden oder Zweckverbänden angesiedelt war, in die Trägerschaft des Kirchenkreises Eder übergehen soll.

Vorteil der Zusammenfassung unter einer Trägerschaft sei neben der Vernetzung und Förderung der Zusammenarbeit auch, dass – in Zeiten weniger Bewerber auf viele offene Stellen – möglichst attraktive und sichere Anstellungsverhältnisse geboten werden können, sagte Dekanin Petra Hegmann.

„Ein Gemeindeverbund wie ein Kirchenkreis hat mehrere Anstellungsmöglichkeiten, wohingegen eine Kirchengemeinde, der das Geld für eine Stelle ausgeht, entlassen muss“. Ebenfalls abgesegnet wurde der Rahmenplan für ein neu ausgearbeitetes Gesamtkonzept der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Eder.

„Kinder- und Jugendarbeit ist wichtig, weil wir damit den Glauben weitergeben und für eine aktive Kirchenmitgliedschaft bei der nächsten Generation werben“,

sagte die Dekanin.

 

Probst Helmut Wöllenstein lobte das Konzept: „Das ist klug und sorgfältig überlegt – gut gelungen“. Er regte an, darüber hinaus auch den Religionsunterricht, den Besuch in Kitas oder auch die Kirchenmusik zu nutzen, um junge Menschen zu erreichen. „Wir müssen nicht alles neu erfinden, sondern sollten dranbleiben.“ Gute Arbeit bescheinigte Dekanin Petra Hegmann auch dem bisherigen Bauaus- schussvorsitzenden Heinrich Jammer, der sich mit 72 Jahren in den Ruhestand verabschiedete. Er habe versucht, mit möglichst geringem Aufwand so viele Gebäude wie möglich instand zu halten.

Zuvor hatte Hegmann unter dem Stichwort „Kirche im Wandel – Auswirkungen auf die Kirchenvorstandsarbeit“, Rückschau auf die zu Ende gehende Legislaturperiode gehalten, die es „in sich“ gehabt habe. „Seit 2009 gibt es die Planungen in Sachen Mitgliederrückgang, Pfarrstellenanpassung und Konzentration der Aufgabenbereiche“, erinnerte sie. Unter dem Strich habe es aber neben dem Schwierigen auch viel Positives und Ermutigendes gegeben.

Derzeitiger Sachstand in den Gemeinden

Nach Auskunft von Dekanin Petra Hegmann haben der Gesamtverband Frankenberg-Schreufa sowie die umliegenden Kirchengemeinden Röddenau-Haine, Viermünden und Rengershausen bereits der Anstellung einer gemeinsamen Jugendmitarbeiterin auf Kirchenkreisebene zugestimmt. Ebenso Kirchengemeinden im Kooperationsraum Keller- wald-Bunstruth. „Im Bereich Burgwald gibt es eine von Kirchenkreis und Kommune mitfinanzierte Jugendarbeiterin für das Kirchspiel Wiesenfeld.“

Ähnliches habe es für die Kirchengemeinde Bottendorf-Willersdorf gegeben, aber diese Stelle habe bisher nicht besetzt werden können, sagte die Dekanin. „Hier stehen jetzt Gespräche an, wie es weitergehen kann.“

Die übrigen Kirchengemeinden und Zweckverbände seien um entsprechende Beschlüsse zur Anstellung auf Kirchenkreisebene gebeten worden: „Das sind der Zweckverband Evangelische Jugend Edertal, der Zweckverband Evangelische Jugendarbeit Bad Wildungen und der Zweckverband Evangelische Jugendarbeit Vöhl.“

Wir wollen stark machen fürs Leben

„Es war ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat“, sagte Kreisjugendpfarrerin Kerstin Palisaar, als sie das Gesamtkonzept der Kinder- und Jugendarbeit den Synodalen gemeinsam mit ihrem Team vorstellte. Es enthalte viele Gedanken und Konzeptionen, die nicht nur „für die Schublade“ gemacht seien. „Wir wollen stark machen fürs Leben“, dies sei kurz ausgedrückt der Grundgedanke hinter allem.

Besondere Herausforderungen seien die im ländlichen Bereich oftmals mangelnde

Mobilität sowie die familiären Situationen und der schulische Leistungsdruck. „Kinder und Jugendliche müssen in ihrer Individualität wahrgenommen werden – sie sind auf der Suche nach Identität: Wer bin ich? Was macht mich aus? Wie bekomme ich Anerkennung?“, so Palisaar.

Das Angebot richte sich an alle Bildungsschichten, Nationalitäten und Religionen. Einen besonderen Schwerpunkt wolle man auf die Seelsorge und Gabenförderung legen. „Das Gesamtkonzept rechnet mit einer zusätzlichen Referentenstelle, die die Landeskirche dem Kirchenkreis zur Verfügung stellt.“ Dadurch werde den übrigen Referenten mehr Freiraum für individuelle Begleitungen ermöglicht.

Geplant sei, das Kreisjugendpfarramt ab 1. Januar 2020 mit einem Viertel Dienstauftrag zu versehen, um die Neustrukturierung und Ausweitung der Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis zu begleiten, sagte Palisaar. Zudem solle ein Kreisjugendausschuss gebildet werden, der mindestens zweimal jährlich von der Kreisjugendpfarrerin einberufen wird und dem auch Jugendliche angehören sollen.

Zum Abschluss skizzierte das Team einige „Möglichkeiten, Visionen und Träume“ für die Jugendarbeit, wie beispielsweise Jugendzentren, einen Jugendbus, eine Jugend-Erlebnis-Kirche oder Fortbildungen für die Referenten zu Themen wie Sterben, Tod und Trauer. Palisaar: „Evangelische Jugendarbeit gehört zu den zentralen Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben unserer Kirche.“

 

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